Frederik Numbisi überzeugte als Ersatzmann

Das vergangene Wochenende mit den beiden Heimspielen der ersten Herrenmannschaft hatte alles zu bieten, was das Tischtennis-Herz begehrt: hochklassigen Sport, Spannung pur, Überraschungen und grossen Kampfgeist.

Bei der ersten Partie am Samstag gastierte der ESV Weil zum Derby in der Sonnberghalle. Die Weiler traten (entgegen der letzten Partie) mit Spitzenspieler Denis Joset an, sodass sich Weil ein wenig in die Favoritenrolle bugsierte. In den Doppeln gab siegten zunächst die jeweiligen Spitzendoppel: Kern/Baumgartner souverän, Joste/Tu auf Weiler Seite hatten mit Beissert/Wannagat mehr zu kämpfen als ihnen lieb war. Im Dreierdoppel dann eine erste kleine Überraschung: Dirk Weniger und der frisch gebackene Papa Frederik Numbisi (Bild links) lagen schnell 0:2 zurück und im 4. Satz mit 2:7 scheinbar klar auf der Verliererstrasse liegend, kämpften sie sich mit einer starken Leistung zurück und sicherten den Sieg.

In den Einzeln startete dann Tobi Kern gegen Tu stark und führte schnell 2:0, musste dann aber den Satzausgleich hinnehmen, eher er der Entscheidungssatz sicher gewann. Am Nebentisch dann die nächste Überraschung aus Auggener Sicht. Peter Baumgartner nutzte den Trainingsrückstand von Joset und erhöhte gegen den über 200 TTR-Punkte höher platzierten Weiler Spitzenspieler auf 4:1. Im mittleren Paarkreuz musste Auggen dann zwei Niederlagen hinnehmen. Während Marc Wannagat gegen Eise klar unterlag, musste sich Markus Beissert hauchdünn mit 9:11 im Entscheidungssatz geschlagen geben. Im hinteren Paarkreuz spielte Dirk Weniger gegen Hartwig seine Stärken aus, Frederik Numbisi musste am Nebentisch Manske gratulieren, sodass der erste Durchgang mit 5:4 an Auggen ging.

Doch dann war zunächst der ESV Weil am Zug. Erst siegte Joste in 4 Sätzen gegen Kern, dann unterlag auch Baumgartner in vier hauchdünnen Sätzen gegen Tu und auch Markus Beissert musste sich trotz starker Leistung gegen Eise in fünf Sätzen geschlagen geben. Es stand also 5:7 aus Auggener Sicht. Doch der TTV gab sich keinesfalls auf. Zunächst konnte Marc Wannagat seinen Gegner Boder klar in Schach halten und auch Dirk Weniger, der an diesem Tag ungeschlagen blieb, siegte gegen Manske nach starker Leistung mit 3:0. Ersatzspieler Numbisi brachte mit seinem Sieg gegen Hartwig den TTV mit 8:7 in Front, sodass wie in der Vorwoche das Schlussdoppel über die finale Punkteausbeute zu entscheiden hatte. Hier präsentierten sich Tobi Kern und Peter Baumgartner taktisch wie spielerisch abgeklärt und liessen Joset/Tu ausser im ersten Satz keine Chance beim 3:0-Erfolg.

Somit stand der Derby-Sieg mit 9:7 fest, an den vor der Partie nicht viele geglaubt hatten.

Tags darauf konnte die Partie gegen die FT 1844 Freiburg III nun entspannt angegangen werden, war die Punkteausbeute des Vortages doch schon besser als erwartet. Da neben Lukas Hudec nun auch Tobi Kern und Dirk Weniger nicht an der Partie teilnahmen, Freiburg auf der anderen Seite aber fast komplett auftrat, waren die Vorzeichen mehr als klar und die Frage war eigentlich nur „wie hoch gewinnt die FT ?". Doch Mannschaftsführer Markus Beissert gab in der Team-Ansprache klar aus, dass der Spass im Vordergrund steht und jeder einfach sein Bestes gibt und wir schauen was dabei rauskommt.

Gesagt, getan: Das Auggener Einser-Doppel an diesem Tag, Beissert/Wannagat (Bild) überzeugte erneut kämpferisch und gewann im Entscheidungssatz, während Baumgartner/Numbisi nichts gegen Steinbrenner/Brugger entgegen zu setzen hatten. Doch dann kam das Doppel drei an die Reihe und alle Zuschauer rieben sich verdutzt die Augen, denn Armbruster/Prinzbach spielten gegen Brugger/Grimm stark und clever auf und siegten mit 3:1.

Wanngat / Beissert überzeugten als Doppel 1

In den Einzeln ging es ähnlich weiter. Zunächst schien Peter Baumgartner gegen Salomon Brugger keine Chance zu haben und lag schnell 0:2 hinten, doch dann liess die Entschlossenheit des Freiburgers nach und Peter witterte Morgenluft und konnte das Spiel für sich entscheiden. Am Nebentisch ein ähnliches Bild, denn Markus Beissert lag gegen Steinbrenner ebenso 0:2 zurück und kämpfte sich stetig weiter in die Partie. Im Entscheidungssatz merkte man Steinbrunner die Verzweiflung förmlich an und Markus sicherte den nächsten Auggener Punkt und das gegen einen bisher ungeschlagenen Spitzenspieler, der ca. 200 TTR-Punkte besser notiert war als Markus. Marc Wannagat und Frederik Numbisi mussten sich im mittleren Paarkreuz mit 1:3 geschlagen geben, doch dann kam wieder eine Energieleistung von Markus Armbruster. Auch er lag zunächst mit 0:2 Sätzen zurück, biss sich aber in der Folge am Gegner fest und je länger die Partie dauerte, umso nervöser wurde Leupolz, sodass Markus den Entscheidungssatz klar mit 11:3 gewann. Joachim Prinzbach unterlag trotz guter Leistung gegen Grimm mit 1:3, sodass es mit einer 5:4-Führung für den TTV in die zweite Runde ging. Doch hier wurden die FT zunächst ihrer Favoritenrolle gerecht. In den folgenden vier Partien konnte nur Peter Baumgartner einen Satzgewinn verbuchen, sodass es 5:8 aus Auggener Sicht stand. Markus Armbruster spielte gegen Grimm aber erneut sehr stark auf, ging mit 2:0 in Führung und hatte beim 10:8 bereits zwei Matchbälle, die er jedoch vergab. Am Nebentisch spielte Joachim Prinzbach gegen Leupolz eine tolle Partie und sicherte bereits den Sieg mit 3:1,. Während Armbruster weiter kämpfte und auch im vierten Satz einen Matchball erspielte, doch auch diesen konnte er nicht verwandeln. Im Entscheidungssatz ging am Ende dann etwas die Luft aus und seine Niederlage besiegelte das 5:9.

Doch wenn man einmal die Aufstellungen betrachtet und sich vor Augen hält, dass es beim Verwandeln einer der drei Matchbälle zur Entscheidung im Schlussdoppel gekommen wäre, gleicht dies fast einer Sensation, auch wenn am Ende nichts Zählbares auf dem Punktekonto ankommt. Aber es zeigt, dass das Auggener Team wieder als Einheit auftritt, jeder sein Bestes gibt und somit auch das Publikum mitreist, welches die Sonnberghalle besonders am Samstag wieder in einen Hexenkessel verwandelt hat.

Nun stehen zwei spielfreie Wochenenden an, ehe es mit dem Pokalspiel in Bad Krozingen und dem Auswärtsspiel in Stühlingen weiter geht.